StartseitePortalFAQMitgliederAnmeldenLogin
LEITUNG
SHORTS
STORY
Administratoren
Gwen | Amelie

Moderatoren
Emma | Curran

bla
Wir befinden uns im Jahre 2020.

Der Unfall in Fukushima, ist zu einer Katastrophe entartet.

weiteres folgt


Austausch | 
 

 Emma Johanna Kiesel

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht





BeitragThema: Emma Johanna Kiesel   Do Jun 04, 2009 8:59 am

Bild:




Name:

Emma Johanna Kiesel, geb. Krämer

Alter:
17 Jahre

Geburtstag:
25. Mai 1992

Geburtsort:
Wolfen/Bitterfeld (Sachsen-Anhalt)

aufgewachsen in:
Deutschland/ Sachsen-Anhalt

Eltern/Familie:

Mutter:
Carolin Kiesel, geb. Krämer, 32 Jahre, gelernte Krankenschwester, Hausfrau

Vater:
unbekannt

Stiefvater:
Heinrich Kiesel, 43 Jahre, leitet eigenen Reithof

Geschwister:
keine


Wohnhaft in:
Auf einem Landgut in der Dübener Heide (Sachsen-Anhalt)

Als Werwolf geboren?
ja

Schule/Beruf/ Studium:

momentan 10. Klasse Sekundarstufe

Aussehen als Mensch:
Ihr erstes Markenzeichen ist ihr ernstes Gesicht, noch bevor man ihre Gestalt bewundern oder verabscheuen kann, fallen einen die ernsten Augen auf und ebenso ihr Gesichtsausdruck. Ernst in dem Sinne von: nachdenklich, misstrauisch und gleichzeitig ehrlich. Johanna versteckt sich nicht hinter Masken, aus der einen, die da heißt Höflichkeit. Braun-grüne Augen sprechen Bänder von Gefühlen, die ihr Gesicht manchmal nur bedingt wiederspiegeln. Groß und schlank ist sie mit ihren 1,70m. Jedenfalls etwas größer als der Durchschnitt und nicht zu groß um aufzufallen. Etwas, was sie durchaus mag. Recht hübsch sind ihre Gesichtszüge, ihre Haare und überhaupt ihr Körper doch nicht zu hübsch, um sich Neider an den Hals zu schaffen oder unliebsame falsche Freunde, die sich in äußerlicher Schönheit sonnen wollen. Nein, sie besitzt eine durchschnittliche Schönheit, die erst mit Taten und Worten aufblüht. Ihr Gang ist leicht und recht federnd, eine Eigenart, die sie auch als Wolf behält. Zu leicht für diese Welt scheint ihre Gangart zu sein. Man mochte meinen, dass Johanna zierlich ist, deutet ihre Gestalt ja drauf hin. Man sollte sich nicht täuschen lassen. Ebenso wenig wie eine Athletin zierlich ist, kann man auch nicht von einer jahrelangen Reiterin verlangen, dass ihre Haut nur aus hübschen Fleisch besteht, die man nur zur Schau stellen könnte. Im Gegenteil, Emma ist richtig kräftig was Körperarbeit betrifft und ihre Ausdauer kann gut mit einem ebenso jahrelangen Jogger mithalten. Oh, die schnellste ist sie nicht. Flink, ja, aber nicht unsagbar schnell. Auch ihre Gelenkigkeit beansprucht nur die Körperregionen, die beim Reiten unausweichlich sind, ansonsten ist sie genauso steif, wie man es von einen Menschen erwartet, der nicht speziell so etwas trainiert. Aber zurück zu ihrem Aussehen. Modisch gesehen liegt sie eher weiter hinten im Rennen. Durch die Pflege des Hofes hat sie mehr Alltagstaugliche Arbeitskleidung als hübschere Sachen in ihrem Schrank. Johanna achtete auch nicht auf die Mode, irgendwann war es ihr einfach zu bunt, die tausend neuen Styles zu begreifen und nachzueifern. Sie liebt zeitneutrale, zeitlose Mode. Hosen, Shirts, Kleider, Röcke mit schlichten Schnitt und vielleicht verspielten Bestickungen und Motiven. Das reicht ihr völlig und ist sowohl zu schickeren Anlässen gern gesehen, wie auf alltäglichen, wie ein Schulbesuch handhabbar. Wenig Farbe wird man bei ihr ebenso sehen, selten knallige Kleidung, vielmehr Naturfarben, Braun, Grün und auch Grautöne. Schlicht ist wirklich ein Charakterzug, der in fast allen ihren Lebenslagen anwendbar ist, sei es nun ihre Gestalt, ihre Kleidung oder ihr Naturell.

Aussehen als Werwolf:

Eine hübsche Wölfin ist sie, eine schlanke, drahtige Gestalt mit hübschen Kopf und Proportionen. Nicht übermäßig groß ist sie mit knapp 70cm gut im Durchschnitt von gesunden Fähen. Am auffälligsten dürfte ihre Färbung sein. Ihr Gesäß mit hellen und kräftigen Grau durchsetzt wird fortgesetzt über eine ebenso graue Rute und endet in einer beige-gelben Schwanzspitze. An sich vielleicht etwas auffällig, aber nicht übermäßig, bis hinzu kommt, dass ihr restliches Fell weiß hervorsticht. Mit dieser Zeichnung mochte sie für die meisten Menschen gut und gerne als Hund durchgehen, was ihr wohl später auch gute Dienste leisten kann. Die wenigsten werden wohl darauf achten, dass ihre Ohren mitnichten so spitz wie eines Schäferhundes sind, und ebenso lang wie einer ist sie auch nicht. Im Gegensatz zu einem Schäferhund hatte sie eher die typische Kantigkeit und Schmalheit eines Wolfes, der sie schließlich war. Nun, das reicht auch. Nicht sonderlich dünn und auch nicht zierlich...Johanna sieht ganz wie eine junge Fähe aus, die gerade den erwachsenen Leib vorgesetzt bekommt und mit der Kraft ihrer Jugend diesen mit Leichtigkeit und Unerschöpflichkeit bewegt. Ja, eine junge Erwachsene, mit leichten Gang und erhobenen, freundlichen Haupt. Was als Mensch bei ihr distanziert wirkt, schmilzt in wölfischer Gestalt zu einem selbstsicheren Jugendlichen zusammen, welcher sich nicht vor der Welt scheuen muss.



Charakter:
Ich bin nicht einfach, das gebe ich gerne zu. Nein, ich gehöre zu den Personen die kein Lob austeilen können, aber Kritik ohne Maß. Ebenso gehöre ich nicht zu der Kategorie Mensch, die schnell Anschluss finden oder besonders offen und aufgeschlossen sind. Im Gegenteil. Ich beharre auf meine Selbstständigkeit und weiß einfach, dass ich nicht zu jeder gestellter Aufgabe eine dritte Person benötige. Reden tue ich ebenso wenig. Oh, ich bin nicht auf den Mund gefallen, nur verschweige ich lieber meine Kommentare, die meist unerwünscht sind, zumal sie auch noch meist der Wahrheit entsprechen. Gut, ich bin nicht redselig, d.h. aber noch lange nicht, das ich griesgrämig oder unfreundlich bin. Ich werd halt nur gerne übersehen, was auch beabsichtigt ist. Ich hasse nichts mehr als Menschenmassen und Aufmerksamkeit. Trotzdem kann ich ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass ich alles andere als faul und bequem bin. Ich tue Notwendige Dinge und wenn ebenso notwendig, auch mehr. Dazu brauch ich mir jedoch keine Schleife anhängen. Das werden euch viele Reiter bestätigen. Ein Pferd kann man nur halten, wenn man auch bereit ist das Notwendige zu tun und bei Pferden heißt das nun mal körperliche Arbeit und das täglich und auch nicht wenig. Nun, ich kann auch freundlich sein. Ich verzieh zwar oft die Miene, aber selten sollten von mir schlechte Worte kommen. Ich bin halt in einer anderen Welt. Ich habe keinen Spaß daran mich stundenlang über das Wetter zu unterhalten oder mich darüber aufzuregen, dass mein Lehrer einen schlechten Tag hatte, nein. Aber da mir auch nichts besseres einfällt was man interessanterweise beim Smalltalk bereden könnte, schweig ich lieber und beobachte den Himmel. Ist euch auch schon mal aufgefallen wie wenig wir eigentlich in die Luft schauen? ja, ja, natürlich gibt es auch bei mir Dinge die meine Zunge lockern, meine Augen leuchten lassen und mich redseliger machen als manch drei jähriges Kind. Greifvögel zum Beispiel oder Landschaftsfotographie. Natürlich auch der Reitsport, aber man glaubt nicht wie allein man sich fühlen kann unter Reitern, wenn man einige Dinge aus seinen Interessenbereich ausschließt. Dazu gehört zum Beispiel diese Verniedlichung von Pferden oder diese grausigen Verkleidungsspiele mit Ponys. Okay, vielleicht bin ich auch prüde, aber unseren Hunden würde ich auch nicht gerne Dinge anziehen oder sie stundenlang putzen. Ach Herrje, das würde wieder eine stundenlange Diskussion werden, wenn ich beschreiben wollte, was ich meine. Auch ein Manko von mir...ich denke zu viel. Wenn es um so etwas geht, wie solche Probleme denke ich viel zu viel. Bei anderen Sachen denke ich zu wenig. Ich bleibe lieber unter Tieren, da muss ich nicht ständig mich anpassen an neue Regeln. Einer der Gründe, warum ich in der Schule wenig Freunde habe. Oh, ich werde nicht gemobbt, nein gar nicht, man ist recht freundlich zu mir. Ich verweigere meine Hilfe nicht und gebe auch keinen Grund mich aufziehen zu müssen. Aber zum größten Teil liegt es wohl daran, dass ich alle gleich behandle, aber distanziert bleibe...bis auf Henriette. Nun, auch Henry ist Geschichte und das tut weh. Ach, ich habe keine Lust mehr mich zu beschreiben, es ist eh eine subjektive Beschreibung. Es wäre vielleicht nur zu erwähnen, dass ich weiß welche Fehler ich habe, aber auch welche Stärken. Es ist nicht so, dass ich ein nervöses Bündel bin, sondern selbstsicher bleibe, sollte es auch einen anderen Anschein erwecken...und der ganze Rest? Nun, den muss jeder selbst rausfinden.




Schwächen:
-zu ruhig
-will viel zu oft ohne Menschen sein
-denkt zu viel nach
-setzt auch oft ihren Kopf durch
-kommt nicht gut mit Menschenmengen und Städten klar
-manchmal zu zynisch und sarkastisch
-kann nicht mit Nachlässigkeit umgehen, hat dann einen zu strengen und harten 'Ton
-kann ebenso wenig mit unsinnigen Dingen umgehen
-kann kein Fernsehn schauen
-hat punktuelle Höhenangst


Stärken:
-ruhiges und kühles Gemüt
-höflich
-Umgang mit Tieren
-sehr fleißig und von Selbstinitiative ergriffen
-recht sportlich
-nicht dumm
-reitet sehr gut
-kann gut mit Hunden umgehen
-Orientierungssinn
-keine Angst vor Insekten


Zuletzt von Emma Johanna Kiesel am Fr Jun 05, 2009 8:46 am bearbeitet; insgesamt 19-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen





BeitragThema: Re: Emma Johanna Kiesel   Do Jun 04, 2009 9:00 am

Geschichte:


Liebes leeres Blatt...

Ich könnte schreien vor Wut, und weinen vor Ungerechtigkeit. Es ist ziemlich schlimm...sieht man ja, so schlimm, dass ich Tagebuch schreibe, auch wenn ich es in meinem Hochmut lieber "Leeres Blatt" nenne, statt Tagebuch. Und wenn ich etwas kitschiger finde als Liebesbriefchen, so ist es Tagebuch schreiben. Egal... Hoffentlich wird es helfen, sonst knüll ich dich liebes leeres Blatt zusammen, beiß noch mal auf dir rum, und schmeiß dich aus dem Zugfenster...

Ja, ich sitze in einen Zug, drei Stunden, bis zur nächst größeren Stadt, die mich in ihrer Anonymität verschlucken kann. Drei Stunden, dann bin ich in Köln. Also drei Stunden, die ich meine Gedanken ordnen will um zu begreifen, was mein Leben so verdammt scheiße hat werden lassen. Gut, dann will ich es probieren, zur Not bleibt wirklich noch das Zugfenster...

Mein Name ist Emma Johanna Kiesel, geb. Krämer. Zur Welt kam ich vor knapp 17 Jahren in einer kleinen Stadt namens Wolfen in Sachsen- Anhalt. Meine Mutter, Carolin Krämer, arbeitete damals in dem dortigen Krankenhaus, meinen Vater lernte ich nie kennen. Auch blieben mir Geschwister erspart. Meine ersten vier Lebensjahre verbrachte meine Mum mit mir Alleinerziehend und mit Hängen und Würgen über den Stand von Harz IV. Dann lernte sie meinen Stiefvater kennen, Heinrich Kiesel, Leiter eines Pferdehofes der Nähe. Es war die schönste Wende meines und auch ihres Lebens, denn eigentlich hatte auch meine Mum nicht damit gerechnet ihr erstes Kind ohne Familie aufwachsen lassen zu müssen. Drei Jahre später heirateten die beiden und unsere Namen änderten sich zu Kiesel. Meine Schullaufbahn entwickelte sich genauso wie die vieler junger Mädchen, die recht behütet aufwachsen und Schule in den ersten 4 Jahren als Freizeitaktivität ansehen und nicht als Qual. Wir zogen alle zu meinen Stiefvater nach Zscherben und erlebten das relativ harte, aber schöne Leben auf dem Land. Für mich war es der Genuss pur, zumal ich meinen Stiefvater so kennen gelernt bekommen habe, dass er mir das erste Fohlen seiner damals erst zweijährigen Stute versprach. Welches Mädchen hätte da nicht einen anderen Mann gerne als Vater angenommen?! Ich tat es jedenfalls und das ohne großes schlechtes Gewissen. Ich lernte reiten und wurde recht gut. So gut jedenfalls, dass ich die größte Arbeit beim Zureiten und Gewöhnen meines Fohlens übernehmen konnte, als es geboren wurde. Das ist fünf Jahre her. Fünf Jahre. Ach mein kleiner John. Er war ein schönes Tier. Ein Trakehner-Hannoveraner-Mix. Und er gehörte mir. Wie gesagt ich trainierte ihn und ritt mit ihm auch Turniere. Keine größeren, dazu war er noch zu unerfahren, aber immerhin schaffte ich auf ihn die Bundeslandebene unter den ersten 20. Und das ist eine ansehnliche Leistung für sein junges Alter. Dieses Jahr sollte er zum ersten Mal gedeckt werden. Wir hatten auch vor ihm zur Abwechslung an eine leichte Zweispännerkutsche zu gewöhnen.

Warum ich soviel von ihn erzähle? Es ist nicht nur purer Eigentümerstolz und Ehrgeiz...Er ist Teil meines Problems, nein, ist er nicht. ICH war sein Problem, sein Verhängnis, um genau zu sein. Zwischenzeitlich zogen wir tiefer in die Dübener Heide auf einen ausgebrannten Hof, den mein Stiefvater renovieren ließ. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt eine Zucht aufzubauen und kein reiner Unterrichtshof mehr zu sein. Also fing mein Verderben nicht erst letztes Jahr an, sondern seit drei. Beruhigend zu wissen, so bin ich wenigstens nicht ganz Schuld an allem.
Mein Vater hatte seinen ersten Hof geerbt gehabt und auch noch ohne große Schulden, trotzdem war er zu klein für seine Pläne, nein UNSERE Pläne, wir sind schließlich eine Familie. Viel später mussten wir erfahren, dass Dad sich über's Ohr hat hauen lassen. Der Hof war sehr stark verschuldet in die neue Zucht gestartet. So hoch, dass mein Vater keinen Kredit mehr bekam, als er aus Holland einige Stuten und Junghengste holen wollte. Oh, der Hof war eine große Summe wert gewesen, da noch Außenanlangen vorhanden gewesen waren und auch die Reithalle unversehrt dabei war. Er hat trotzdem zu viel bezahlt und viel zu spät mussten wir am eigenen Leib erfahren, dass Heinrich in Sachen Neuaufbau eines Hofes mit dem ganzen Kalkulieren und Vorhersehen alles andere als ein Genie war. Wir gingen bankrott. Die ersten fünf Pferde mussten verkauft werden, dann unser schöner Deckhengst. Zum Schluss, stand vor einem halben Jahr, besaßen wir noch drei Pferde, unsere eigenen, engsten Tiere. Auch den Hof hatten wir, obwohl wir den größten Teil unseres Weideland ans Umland verkaufen mussten und daraus schon die ersten Felder entstanden, behalten können. Gut, das ist katastrophal, aber lange kein Grund abzuhauen und wir hatten alle noch einiges an Hoffnung. Schließlich konnten wir den Hof wenigstens noch halten und es gab genügend Anfragen von etwaigen Reitschülern und einigen Leuten, die ihre Pferde unterbringen wollten. Wir saßen noch lange nicht auf der Straße!

Ja, und da komme ich ins Spiel. Inzwischen ging ich in die 9. Klasse Sekundarschule, und vor genau 7 Monaten, 10 Tagen und ach keine Ahnung wie viele Stunden, starb meine beste Freundin und ihre Familie bei einem Autounfall. Ich bin ziemlich verschlossen und bissig, ich geb’s gerne zu. Ich bin keine leichte Person, noch nie gewesen. Und Henriette war meine einzige Freundin. Ich fiel in ein bodenloses Loch. Ich wusste gar nicht, wie schrecklich die Welt sein kann. Dadurch wurde ich krank -DACHTE ICH- Beinahe vier Wochen lang hatte ich Schüttelfrost. Ständig wurde mir heiß, meine Temperatur stieg enorm, oder ich fror so erbärmlich, dass ich einige Male im Krankenhaus landete, weil mein Herz gefährlich langsam schlug. Damals fingen die Träume an. Ich träumte früher schon diese Träume, aber zu der Zeit wurden sie immer realer und holten mich auch bei Tag ein. Ich träumte, ich sei ein Wolf. Ein weißes Tier mit grauer Satteldecke, wie man es bei Schäferhunden kennt. Meine Träume begannen immer gleich. Ich atmete in der Stille hinter geschlossenen Lidern, ohne Angst, nur, als würde ich gerade aus dem Schlaf erwachen. Skurril, nicht? Schließlich schlief ich ja! und träume, dass ich aufwache...Dann hob ich meine Augen, und ich war eben jener Wolf. Ich kann es nicht erklären, aber ich empfand meine Welt auch anders. Meistens lag ich auf Sommergras, Blick auf eine Birke. Aber ich sah sie nicht wirklich...ich roch sie. Ich kann nicht mal sagen, ob ich Farben sah, ach scheiße, das ist dumm zu erklären. Jedenfalls dachte ich wirklich ich WÄRE der Wolf und habe geträumt ein Mensch zu sein. Ich streckte mich meist und lief durch die Wälder. Das ist alles nicht beängstigend, im Gegenteil ich fand das sogar richtig toll. Man erlebt schließlich nicht jeden Tag das Gefühl auf vier Pfoten durch die Welt zu jagen. Soweit zum guten Teil der Träume...

Während ich krank wurde veränderten sich die Träume...sie wurden...blutig. Ja, grausam. Ich jagte in meinen Träumen, ich tötete in meinen Träumen. Hetze Rehen hinterher und Hasen, ich fraß rohes Fleisch. Beim Träumen gefiel mir das...sobald ich aufwachte musste ich mich jedes Mal übergeben, da ich den Geschmack rohen dampfenden Fleisches im Mund hatte. Ich wurde empfindlicher. Lärm machte mich panisch, hektische Bewegungen ebenfalls. Und ich roch mehr. Klingt sehr schlimm, nicht? Aber wie gesagt, ich bin krank gewesen und es wahrscheinlich immer noch.

Als ich einen besonders schlimmen Traum hatte, flüchtete ich mich früh um vier in die Außenbox von John. Ich heulte mich bei ihm aus. Es war mehr als grausam gewesen. Ich meine, ich konnte mich daran gewöhnen, von Blut und Fleisch zu träumen, aber dieses Mal träumte ich, dass ich meine Freundin zerrissen hätte und es HAT MIR SPAß GEMACHT! Warum ausgerechnet ich? Aber das war nicht alles, ich... ich bin ein Monster, eine Abart, eine Bestie.

John wollte mich trösten und steckte mir seine Nüster in dem Kragen meines T-Shirts. Ich hörte ihn schnauben und ebenso tief meinen Geruch einatmen, dann wurde er unruhig. Ich weiß nicht wann ich es mitbekam. Zuerst ging er nur zum Ende seiner Box und schabte seinen Hals an die blanken Holzbretter. Ich plärrte immer noch Rotz und Wasser. Ein Donnern zerriss die Stille, als ich ihn zu mir rief und er erschrocken wegsprang. Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war denn mit meinen John los? Ich stand auf, wischte mir mein Gesicht ab und versuchte schleunigst ruhig zu werden. Wenn etwas mit meinem Pferd ist, würde ich selbst mit rausgesprungener Kniescheibe aufspringen und ruhig auf ihn einreden. Also redete ich, ruhig und beiläufig, bis er sich halbwegs beruhigte. Vielleicht einfach ein Tagtraum, so sah er jedenfalls aus, denn er kam wieder zu mir, bei meinem leisen Ruf. Gerade als ich ihn meine Hand auf den Kopf legen wollte, drehte er diesen und biss zu. Ohne Laut stand ich still da und schaute mir meine Hand an, zu perplex um mitzubekommen was passiert war. John rollte wild mit den Augen stampfte auf und ab und stieß seinen Kopf immer wieder nach mir. War er tollwütig? Ich begann wieder zu Heulen, denn wenn Tollwut schon so weit war, dass mein geliebtes Pferd mich attackierte, würden wir ihn einschläfern lassen müssen. Es half nichts. Mein Hengst bäumte sich in seiner geräumigen Box auf und fing an mich zu attackieren. Was hätte ich tun sollen? Ich suchte einen Weg nach draußen und zwar schnell, aber ich entkam nicht. John griff nicht nur an. Er hatte Angst, panische Angst. Ich sah es ihm an. Er kreischte wild, bockte und drängte sich an die Leitplanken seiner Box. Ich schien erst mal vergessen. Wie wild schlug er aufs Holz ein, bis es nachgab und er blechern hinfiel. Ich schrie ihn ebenfalls an, konnte nicht mehr denken. Er musste damit aufhören, ehe er sich etwas brach. Aber das half auch nichts, Wie gesagt, das Holz gab nach und er schlug schwer hinein...und kam nicht mehr hoch. Ich weiß nicht, ob das Knacken von seinen Knochen kam, oder vom Holz. Jedenfalls wurde ich plötzlich still. Ich erinnerte mich, dass seine Angst die gleiche ist, wie die der Hirsche und Hasen in meinen Träumen, wenn sie plötzlich einsehen mussten, dass ich sie bekommen würde. Ich knurrte. Herr Gott, ich KNURRTE! Und weinte und wurde immer stiller. Es schien mir nicht mehr grausam ihn so zu sehen, vielmehr sah ich es zu meinen Vorteil, schließlich musste ich ihn nicht mehr hetzen. Oh, scheiße, was ich da gedacht hatte und es war nicht das schlimmste! Ich kam näher zu meinen John und sah ihn nicht mehr als meinen John, der Schmerz der letzten Wochen pulsierte in mir. Die Angst um den Hof, die Enttäuschung von Heinrich, der Tod von Henriette und die Träume. Es war wie ein Mahlstrom. Ich, ich wachte wieder auf, wie in meinen Träumen ,doch begnügte ich mich dieses Mal nicht damit einfach aufzustehen und mich zu strecken. Ich fiel John an, meinen John, ich grub meine Zähne in das dunkelbraune Fell Meines Pferdes, ich biss in die zarten Beine von ihn. Dann ertönten Schüsse. Es blieb nicht unbemerkt, wenn so ein Kampf stattfand. Ich dachte nicht mehr, übersprang das Gatter und flüchtete in den Wald.

Was schreib ich da? War das ein Traum? Nein, leider nicht. Meine Eltern fanden mich zwei Tage später unterkühlt im Wald liegen, mit zerbeulten, schmutzigen Sachen und Blutbeschmiert. Mum meinte, ich müsse jetzt tapfer sein, ganz stark...ein wildes Tier sei in den Hof eingebrochen und hätte John angefallen und schwerverletzt, sie hätten ihn einschläfern müssen. Ich sagte nichts dazu, der Schmerz war zu groß und meine Scham, ich fühlte mich befriedigt, nach meiner Jagt. Wie konnte ich meinen Eltern erklären, dass ICH das wilde Tier gewesen war. Ich sagte gar nichts mehr, nie mehr. Ein längere Psychiatrieaufenthalt stand mir bevor, einem belauschten Gespräch zufolge glaubte der Arzt, ich hätte das Tier gesehen und hätte John zu verteidigen gesucht, daher meine Verletzungen...Danach sei ich durch Schock weggelaufen und irgendwo im Wald erschöpft zusammengebrochen. Ich müsste längere Zeit unter Beobachtung und behutsam wieder ans Leben gewöhnt werden. Meine Eltern waren am Boden zerstört. Beide, ja...Und ich?

Ja, hier bin ich. Ich hab mein Konto leergeräumt, mit Turnieren verdient man schon einiges. Meine Sachen habe ich gepackt und meinen Eltern ein Zettel geschrieben, ich habe sie versucht zu beruhigen. Ich würde nicht Drogen nehmen und bestimmt jetzt nicht anfangen irgendwelche zwielichtigen Dinge zutun. Sie würden mir nicht glauben...sie sind meine Eltern, natürlich glauben sie mir nicht. Sie werden mich suchen kommen. Und hoffentlich nicht finden.

Mein Name ist Emma Johanna Kiesel. Ich sitze in einen Zug nach Köln, werde dieses Stück Papier gleich kaputtmachen, meine Jacke über den Kopf ziehen und mich schlafend stellen. Dann werde ich stumm weinen um das was ich angerichtet habe.

Ja, mein Name ist Emma Johanna Kiesel und ich bin ein Monstrum, ich bete zu dir Gott, dass Mum und Dad mich nicht finden, damit ich nicht das gleiche mit ihnen tue, wie mit John...Bitte, lasst sie mich nicht finden.



....Emma Johanna Kiesel, und mein Leben ist nicht mehr das Gleiche!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Amelie Rose
Adminviech
avatar

Alter : 28

Char-Sheet
Titel: Mondenschein
Aufenthaltsort & Begleiter: alleine in den Gassen der Stadt
Gesundheit:
80/100  (80/100)

BeitragThema: Re: Emma Johanna Kiesel   Do Jun 04, 2009 4:29 pm

Wenn du das Foto und die Beschreibung als Mensch noch nachträgst gibt es nichts mehr zu bemängeln und du bist reif fürs Play Wink

_________________


It´s so cold so dangerous that I can't stay
I run away from you
Into your dream andto the one
That I was in when you took me
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen





BeitragThema: Re: Emma Johanna Kiesel   Fr Jun 05, 2009 8:46 am

Fertig =D
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Amelie Rose
Adminviech
avatar

Alter : 28

Char-Sheet
Titel: Mondenschein
Aufenthaltsort & Begleiter: alleine in den Gassen der Stadt
Gesundheit:
80/100  (80/100)

BeitragThema: Re: Emma Johanna Kiesel   Fr Jun 05, 2009 3:54 pm


_________________


It´s so cold so dangerous that I can't stay
I run away from you
Into your dream andto the one
That I was in when you took me
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Emma Johanna Kiesel   

Nach oben Nach unten
 
Emma Johanna Kiesel
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» A new World *SPOILER*
» Kokowääh, der Film mit Emma Schweiger
» Happy B-Day Falke,Teich,Kiesel,Fuchs
» Euer Lieblingscharakter?
» Emma- Steckbrief

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
 ::  Canide Lupus  :: Angenommene Mitglieder-
Gehe zu: